Hanföl für die Haare: Heilsame Wirkung?
Produkte aus der Hanfpflanze erfreuen sich seit einiger Zeit immer größerer Beliebtheit. Auch das Öl, welches aus dem Nutzhanf gewonnen wird, gehört bei vielen gesundheitsbewussten Menschen längst zur Nahrungsergänzung mit dazu. Der Anbau der Hanfpflanze ist nichts Neues – sie zählt zu den ältesten Nutzpflanzen der Welt. Längst kein Geheimtipp mehr ist die positive Wirkung des Hanfs bei Schmerzen und Gefäßerkrankungen, dazu soll sie das Immunsystem stärken und Entzündungen hemmen. Doch nicht nur kranke Menschen profitieren von der heilsamen Wirkung.
Mittlerweile gibt es immer mehr Produkte aus der Hanfpflanze auf dem Markt, die nicht nur von innen heraus Wirkung zeigen können, sondern auch in der äußeren Anwendung gerne eingesetzt werden. Bei Haut- sowie Haarproblemen schwören viele Nutzer längst auf das natürliche Mittel.
Die Anwendung des Hanföls
Insbesondere viele Frauen wünschen sich langes und dickes Haar. Doch die Haarstruktur lässt das nicht immer zu und die tägliche Anwendung von Glätteisen, Lockenstäben sowie verschiedenen Stylingprodukten tun ihr Übriges. Das Ergebnis ist zumeist strohiges und strapaziertes Haar. Abhilfe schaffen kann hier möglicherweise das Öl aus der Cannabispflanze. In ihm verbinden sich hochwertige Nährstoffe sowie eine Reihe essentieller Fettsäuren. Sowohl die innere als auch die äußere Anwendung des Hanföls kann gesundheitsförderliche Eigenschaften haben.
Bei der inneren Anwendung genügen je nach Dosierung 5 bis 10 Tropfen über 3 bis 4 Wochen, damit sich die positive Wirkung des Hanföls bemerkbar machen kann. Dabei kann das Mittel nicht nur bei trockener Haut und Haaren helfen, es kann den gesamten Organismus stärken, wie das Immunsystem oder Nervensystem, es soll Krankheiten vorbeugen und die Zellerneuerung unterstützen. Für die volle Entfaltung seiner gesundheitlichen Wirkung sollte die Einnahme nach dem Essen erfolgen.
Die äußere Anwendung ist dann sinnvoll, wenn gezielt gegen schlechte Haut oder trockenes Haar vorgegangen werden soll. Dabei kann das Öl Irritationen und Schuppen auf der Kopfhaut lindern sowie Entzündungen der Haut. Einigen Studien zufolge helfen die Wirkstoffe sogar bei der Linderung von Arthritis oder Arthrose.
Hygieneprodukte mit Hanföl
Mittlerweile findet sich der Extrakt aus dem Nutzhanf unter anderem in folgenden Hygieneartikeln:
- Hautcremes / Körpercremes
- Duschgels
- Shampoos
- Haarspülungen
Hautcremes mit Hanföl sind bei besonders trockener Haut sowie Hautkrankheiten wie Akne oder Neurodermitis nützlich. Werden sie regelmäßig verwendet, kann oft schon nach kurzer Zeit ein verbessertes Hautbild erzielt werden. Auch gegen Pickel soll das Öl wirksam sein. Beim Kauf sollte insbesondere darauf geachtet werden, dass nur natürliche Wirkstoffe wie Aloe Vera, Kamille sowie ätherische Öle zugesetzt wurden.
Gleiches gilt für Körpercremes, deren weitere Bestandteile häufig Sheabutter, Provitamin B5, Vitamin E und Ringelblumen sind. Bei täglicher Anwendung können Hautentzündungen gelindert werden und das Hautbild soll sich verbessern. In Duschgels findet sich häufig eine Kombination aus Hanföl und Vitamin E. Das Vitamin kann zusätzlich für eine gute Feuchtigkeit der Haut sorgen. Dadurch fühlt sie sich nach dem Duschen nicht trocken, sondern frisch an.
Shampoos mit Hanföl eignen sich insbesondere für Menschen, die ihre Haare täglich waschen oder anderweitig strapazieren. Durch den Inhaltsstoff kann dem Haar Feuchtigkeit gespendet werden und es wird somit revitalisiert. Die Anwendung ist dabei analog zu anderen Shampoos.
In Haarspülungen findet sich häufig eine Kombination aus Hanfsamenöl und Meeresalgen. Diese können für vitales und gut kämmbares Haar mit schönem Glanz sorgen. Auch für Menschen mit geschädigtem oder trockenem Haar ist die Spülung optimal geeignet. Sie wird nach dem Waschen in das Haar gegeben und nach einer Einwirkzeit von zwei bis drei Minuten vollständig ausgespült.
Auch wenn Hanföl und Cannabisöl gerne synonym verwendet werden, sind es im Grunde unterschiedliche Produkte. Aus Hanfsamen wird durch das Verfahren der Kaltpressung Öl extrahiert. Weitere Zutaten sind dem Hanföl nicht zugegeben. In CBD- oder Cannabisölen wird hingegen Hanf- oder CBD-Extrakt zugefügt.
Inhaltsstoffe des Hanföls
Das Öl soll ein wahres Wunderwerk sein und gespickt mit einer Menge wertvoller Inhaltsstoffe. Zu nennen sind hier besonders:
- Proteine
- Vitamine
- Ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3 und Omega-6
- Gamma-Linolensäure
Die essentiellen Fettsäuren dienen unter anderem dem Aufbau von Lipiden. Diese schützen unsere Zellen und sind für ein feines Hautbild und kräftiges Haar verantwortlich. Das Zusammenspiel aus Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren macht außerdem unser Immunsystem effizient und fängt freie Radikale.
Gamma-Linolensäure kann außerdem bei der Aktivierung des Stoffwechsels helfen, entgiften und zu vollem und glänzendem Haar beitragen. Die im Hanföl befindlichen Proteine sorgen zudem für eine optimierte Wasserbindungsfähigkeit und sollen kaputtes Haar weich und geschmeidig machen.
Hanföl sticht durch ein beinahe perfektes Fettsäuremuster heraus und besitzt eine zusätzliche Reihe an wertvollen Inhaltsstoffen. Darüber hinaus ist das Öl aus dem Hanf gut verträglich und verdaulich. Somit kann es durchaus als gesundes Nahrungsergänzungsmittel bezeichnet werden.
So wirkt Hanföl auf Haare und Kopfhaut
Es müssen keine fertigen Shampoos oder Spülungen sein – das Hanfsamenöl kann auch pur angewendet werden. Es enthält viele hochwertige Fettsäuren, zudem Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Durch diesen Cocktail an positiv wirkenden Inhaltsstoffen hat die Anwendung direkt mehrere Vorteile.
Stoppt Haarausfall
Die im Hanföl befindlichen essentiellen Fettsäuren stimulieren die Zellbildung. Dies kann Haarausfall stoppen sowie die Bildung neuer Haarwurzeln anregen. Außerdem kann das Öl das Haarwachstum ein wenig beschleunigen. Zur Anwendung das Öl einfach in die Hände träufeln und in den Haarspitzen verteilen. Durch mehr Festigkeit sowie eine bessere Sauerstoffzufuhr kann das Haarwachstum angeregt werden.
Haarbruch und Haarspliss sind passé
Wer Hanföl in seinem Haar verteilt, sorgt für einen gesunden Glanz und kann Spliss reduzieren. Außerdem lassen sich die Haare nach der Anwendung leichter kämmen.
Neuer Glanz für das Haar
Die essentiellen Fettsäuren des Hanfsamenöls spenden nicht nur Feuchtigkeit, sondern können das Haar zudem weicher machen und verleihen neuen Glanz. Dafür wird eine Menge von etwa einem Esslöffel des Öls in das Haar einmassiert. Anschließend werden die überflüssigen Reste ausgebürstet. Die Maske darf nun etwa 30 Minuten oder über Nacht einwirken, bevor sie wieder ausgewaschen wird. Das Ergebnis ist seidig glänzendes Haar.
Feuchtigkeit für die Kopfhaut
Durch die ungesättigten Fettsäuren kann die Kopfhaut mit einem Extra an Feuchtigkeit versorgt werden. Außerdem ist im Öl aus der Hanfpflanze Linolsäure sowie Gamma-Linolensäure enthalten, welche den natürlichen Fettsäuren der Haut sehr ähnlich sind. Daher kann die Kopfhaut besonders gut mit Nährstoffen versorgt werden. Durch die Antioxidantien im Hanföl soll die Kopfhaut zusätzlich vor schädlichen Umwelteinflüssen wie UV-Strahlungen geschützt werden.
Gegen Schuppen und Irritationen der Kopfhaut
Schuppen sind häufig nur der Anfang. Die trockene Kopfhaut beginnt zu jucken und durch das Kratzen können zusätzliche Hautirritationen entstehen. Hanfsamenöl soll die Kopfhaut durch den hohen Anteil an gesättigten und ungesättigten Fettsäuren bestmöglich mit Feuchtigkeit versorgen. Die enthaltene Gamma-Linolensäure kann darüber hinaus entzündungshemmend wirken, sodass Irritationen gelindert werden können.
Für die Anwendung werden am besten vor dem Schlafen ein paar Tropfen des Öls auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Dies kann gerne mehrmals vor dem Schlafengehen wiederholt werden und schon bald kann eine Linderung des Juckens erfolgen. Außerdem gehört schuppige Kopfhaut der Vergangenheit an.
Auch Öle aus anderen Pflanzen sollen eine positive Wirkung auf Haut und Haare haben. Kokosöl soll ebenfalls Haarschäden reparieren und eine befeuchtende sowie stärkende Wirkung haben. Ähnliches wird Schwarzkümmelöl nachgesagt. Jedoch stehen hierzu umfassende Untersuchungen noch aus.
Produkte selbst herstellen
Zwar ist es sehr aufwändig, Kosmetik- und Pflegeprodukte aus Hanfsamenöl selbst herzustellen, allerdings lassen sich bereits bestehende Produkte mit Cannabinoiden versetzen. Haarkuren, Shampoos und Pflegesprays lassen sich dadurch leicht herstellen.
Als Haarmaske kann das Öl beispielsweise pur verwendet werden. Dafür werden ein paar Tropfen im gesamten Haar verteilt sowie in der Kopfhaut einmassiert. Mindestens 30 Minuten oder noch besser über Nacht, kann das Öl nun einwirken und wird am nächsten Morgen mit einem Shampoo ausgewaschen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass wirklich alle Reste des Öls ausgewaschen wurden. Andernfalls könnte das Haar fettig wirken.
Als Feuchtigkeitsspender für Zwischendurch kann ein Pflegespray verwendet werden. Dafür werden ein paar Tropfen des Öls mit 200 ml Wasser in einer Flasche mit Zerstäuber gemischt. Es kann täglich vor dem Styling auf dem Haar verteilt werden. Dieses fettet dadurch nicht, erhält jedoch wertvolle Pflege.
Für die Haarwäsche können ein paar Tropfen des Öls mit dem jeweiligen Shampoo gemischt werden. Somit erhält das Haar bereits während des Waschens einen Feuchtigkeitskick. Wer sich glänzendes und nicht brüchiges Haar wünscht, sollte dieses übrigens nicht täglich waschen. Dies schützt zusätzlich vor dem Austrocknen.
Risiken und Nebenwirkungen
Sowohl als Arznei- und Speiseiöl zur inneren, als auch zur äußeren Anwendung eignet sich die Substanz aus der Hanfpflanze. Bekannte Nebenwirkungen gibt es kaum. In sehr wenigen Fällen kommt es in der Eingewöhnungsphase zu einem trockenen Mund, leichten Schwindelanfällen oder Kopfschmerzen. Diese verflüchtigen sich jedoch bereits nach wenigen Tagen wieder. Eine berauschende Wirkung tritt nicht auf, da sich in den Hanfsamen kein THC befindet.
Zusammenfassung
Das Öl aus der Hanfpflanze kann neben weiteren positiven Eigenschaften auch bei der Anwendung auf Haare und Kopfhaut eine heilsame Wirkung zeigen. Durch essentielle Fettsäuren und weitere hochwertige Inhaltsstoffe kann es dem Haar Glanz verleihen, vor Spliss schützen und die Kopfhaut mit Feuchtigkeit versorgen.
Die häufigsten Fragen / FAQ
💇♀️ Ist Hanföl gut für die Haare?
Auf jeden Fall! Hanföl ist vor allem bei trockenen Haaren von Vorteil, diese können dadurch wieder geschmeidiger und glänzender werden.
🧐 Für was ist Hanföl gut?
Vor allem für chronische Erkrankungen, aber auch bei akuten Entzündungen wird es eingesetzt.
🤕 Welches Hanföl hilft gegen Schmerzen?
Gegen Schmerzen eignet sich CBD-Öl besser als kaltgepresstes Hanföl.
🍽️ Kann man mit Hanföl kochen?
Hanföl ist ein kaltgepresstes Öl und kann somit nicht zum Kochen und Backen verwendet werden, sondern lediglich als Dressing für Salate oder andere kalte Speisen.
Quellen und weiterführende Links
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