CBD und Herzrasen: Kann das Öl Abhilfe schaffen?

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„Mein Herz schlägt schneller als deins, sie schlagen nicht mehr wie eins“ – was Andreas Bourani in seinem Song im Liebeskontext meint, kann in der medizinischen Welt mehr als nur Liebeskummer bedeuten. Denn mehrere Tausend Menschen erleiden pro Jahr einen Anfall von Herzrasen, der nicht durch Vorfreude oder Verliebtheit ausgelöst ist. Dann kann ein zu schnell schlagendes Herz ernste Folgen haben.

Herzrasen kann viele verschiedene Ursachen haben, die es im individuellen Fall gilt, abzuklären. Die Behandlung erfolgt meist mit Medikamenten (Betablocker) oder Beruhigungsmittel. In diesem Zusammenhang wird vermutet, dass auch das pflanzliche Cannabinoid Cannabidiol (CBD) ohne starke Nebenwirkungen positiv bei Herzrasen helfen kann. Was CBD-Öl hier bewirken kann und was Betroffene beachten sollten, das erklären wir in den folgenden Zeilen.

Wenn das Herz zu schnell schlägt: Das steckt hinter Herzrasen!

Das Herz ist das Zentrum des Blutkreislaufes, der die Körperzellen mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Es pumpt das Blut durch die Adern (wegführend) und Venen (zuführend), um auch in die entlegensten Winkel des Körpers das wichtige Transportgut zu bringen. Ohne diese koordinierte und gleichmäßige Tätigkeit des Herzmuskels könnten wir nicht leben.

Fachärzte sprechen bei einer Funktionsstörung des Herzens von einer „Arrhythmie“. In diesem Fall werden die Signale gestört, die den Herzschlag bestimmen und die Pumpaktion des Organs steuern. Die Signale können nicht korrekt ausgeführt und weitergeleitet werden – das Herz rast oder stolpert.

Der durchschnittliche Ruhepuls beträgt 60 bis 90 Schläge pro Minute. Eine Steigerung auf deutlich über 100 bei körperlicher Anstrengung, Stress und Aufregung ist ebenfalls normal. Von Herzrasen ist die Rede, wenn das Herz ohne körperliche Anstrengung zu schnell schlägt – wobei Frequenzen von 140 bis 180 Herzschläge pro Minute auftreten können.

Zu schnell oder zu langsam: Unterschiedliche Arrhythmien

Herzrasen oder Herzstolpern sind unterschiedliche Vorboten für Herzrhythmusstörungen, die nicht immer bewusst wahrgenommen werden. Dabei werden diverse Arten unterschieden:

  • Tachykardie: gesteigerter Herzschlag, wird oft als Herzrasen empfunden
  • Bradykardie: zu langsamer Herzschlag unter 60 Schläge pro Minute
  • Herzstolpern und andere Störungen: unregelmäßig auftretende Herzschläge abseits des normalen Herzrhythmus

Ursachen für Störungen des Herzschlags

Gerät das Herz außer Takt, ist das meist ein Symptom. Herzrhythmusstörungen und Herzrasen treten beispielsweise oft aus, wenn Gefäßstörungen vorliegen, die die Blutzirkulation beeinträchtigen (der Experte spricht von Ischämie). Auch die Herzmuskelentzündung kann eine Ursache sein, ebenso wie Kaliummangel.

Generell weist eine dauerhafte Fehlfunktion auf schwerwiegende Krankheiten hin, die nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollten: Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Mögliche Krankheiten, die dahinter stecken können, sind unter anderem:

  • Bluthochdruck
  • chronische rheumatische Herzerkrankungen,
  • koronare Herzerkrankungen (chronische Ischämie)
  • Schlaganfälle
  • Erkrankungen der Arterien, Arteriolen und Kapillaren
  • Funktionsstörungen der Schilddrüse
  • Kaliummangel (Hypokaliämie)
  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis)

Aber auch psychische Erkrankungen können zu einem unregelmäßigen Herzschlag führen. Dazu gehören unter anderem Angststörungen und Depressionen. Liegt keine Erkrankung vor, kann die genaue Ursache nicht immer ausgemacht werden. Auch bei gesunden Menschen kann ein unregelmäßiger Herzschlag durch eine hohe Menge an Kaffee, Alkohol und Nikotin oder bestimmte Belastungssituationen auftreten.

In vielen Fällen ist der unregelmäßige Herzschlag für Betroffene oft beängstigend, unangenehm und beklemmend. Bei organisch bedingten Herzrhythmusstörungen sollte daher unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

So werden Herzschlagveränderungen sonst noch wahrgenommen

In manchen Fällen bleibt das Herzrasen oder das fühlbare Herzstolpern unbemerkt. In diesen Fällen treten jedoch häufig weitere Anzeichen auf, die mit einem veränderten Herzschlag einhergehen können. Das können unter anderen sein:

  • Übelkeit
  • Unruhe
  • Angstzustände
  • Brustschmerzen
  • Nervosität
  • Schwindelgefühl
  • Benommenheit
  • sogar Ohnmachtsanfälle

Gefährlichkeit von Herzschlag-Veränderungen

Wie gefährlich die Veränderungen des Herzschlages ist, hängt von der individuellen Störung ab. Handelt es sich beispielsweise um Kammerflimmern, ist das Herz nicht mehr in der Lage, genügend Blut in den Körper zu pumpen. Betroffene verlieren hier schnell das Bewusstsein, ärztliche Hilfe ist dringend notwendig.

Das sogenannte Vorhofflimmern hingegen ist etwas ungefährlicher und meist nicht lebensgefährlich. Dennoch sollte es nicht auf die leichte Schulter genommen werden, denn durch Vorhofflimmern steigt das Schlaganfallrisiko.

Herzrhythmusstörungen und Herzrasen von einer gewissen Intensität sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Denn nicht immer lässt sich die Schwere und Bedeutung der Veränderungen selbst einschätzen!

Cannabidiol bei Herzrasen: Deswegen könnte CBD helfen

Hinter Cannabidiol steckt ein Cannabinoid, das aus Nutzhanf entnommen wird. Aktuell befinden sich zahlreiche CBD-Produkte auf dem Markt, denen eine positive Wirkung auf die Gesundheit nachgesagt wird. Denn CBD gilt gegenüber einem anderen, weitaus bekannteren Bestandteil der Hanfpflanze – THC (Tetrahydrocannabinol) – als nicht psychoaktiv, löst also keine rauschähnlichen Zustände aus, wie es der berühmte Joint tut. Daher wird auch die Stärke von CBD für die Medizin immer mehr beachtet.

Auch für die Herzgesundheit könnte das pflanzliche Cannabinoid von Vorteil sein. Es agiert zwar nicht direkt mit dem Herz-Kreislaufsystem, kann aber durch seine Wirkung auf das Endocannabinoid-System im Gehirn auch hier Einfluss nehmen.

CBD und das Endocannabinoid-System: Wirkung auf die Herzfrequenz

Um das mögliche Potenzial von CBD bei Herzrasen zu verstehen, braucht es ein wenig Wissenshintergrund. Der Verzehr von Cannabidiol wirkt sich auf das sogenannte Endocannabinoid-System (ECS) aus, das mit Botenstoffen Nervensystem und Gehirntätigkeit beeinflusst. Dazu produziert der menschliche Organismus körpereigene Cannabinoide.

CBD ist ein pflanzliches Cannabinoid, das ebenfalls Auswirkung auf die sogenannten CB1-Rezeptoren und CB2-Rezeptoren hat. Vor allem durch die Beeinflussung der Arbeit des CB1-Rezeptors kann eine Steigerung der Herzfrequenz gehemmt werden. Experten vermuten, das CBD die Stabilität des Herzmuskels fördert, Stresssituation abschwächt und das Kreislaufsystem normalisiert.

Mögliche Auswirkungen von CBD für das Herz

Nach ersten Erkenntnissen gibt es drei wichtige Möglichkeiten, wie Cannabidiol dem Herzen helfen und es unterstützen kann. Das sind:

  • Senkung des Blutdrucks
  • Reduzierungen von Arrhythmien
  • Reduzierung von Entzündungen

Zudem gibt es erste Hinweise, dass CBD die Erweiterung der Blutgefäße und die Spannungsreduzierung der Blutgefäßwände bewirken kann. Auch das könnte Herzrasen mildern.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen erste Anwendungsgebiete

Noch ist die wissenschaftliche Studienlage zur Wirksamkeit von CBD bei Herzrhythmusstörungen sehr dünn und konnte diese bisher nicht belegen. Jedoch machen erste Forschungsergebnisse Hoffnungen, dass CBD auch hier ein großes Potenzial hat. Das gilt vor allem bei Herzrhythmusstörungen und Herzrasen im Zusammenhang mit psychischen Störungen (Angststörungen, Unruhe, Psychosen).

CBD-Hilfe durch Reduzierung von Angststörungen

Studien zeigen, dass Cannabidiol bei Angststörungen von Nutzen sein kann, wie eine Untersuchung mit 72 Probanden aus dem Jahr 2019 oder ein Forschungspapier aus dem Jahr 2012 belegen. Angst ist ein Stress steigender Faktor, der auch zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann. So gehören Herzrasen, Panikattacken und Schweißausbrüche oft zu Begleiterscheinungen von Angstzuständen.

CBD-Hilfe durch Senkung des Blutdrucks

CBD kann den Blutdruck senken, wie eine im Jahr 2017 in der Zeitschrift JCL Insight veröffentlichte Studie zeigte. Diese blutdrucksenkende Wirkung von CBD auf den Menschen kann auch Symptome wie Herzrasen verringern. Bei der Untersuchung wurden neun gesunde männliche Probanden entweder 600 mg CBD oder ein Placebo verabreicht. Die Ergebnisse zeigen, dass CBD-Öl den systolischen Ruheblutdruck und auch das Schlaganfallvolumen reduzierte. Die Autoren empfehlen weitere Untersuchungen, „um festzustellen, ob CBD eine Rolle bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielt“.

CBD bei Myokarditis

Dahinter verbirgt sich eine Entzündung des Herzmuskels, die sich unter anderem auch durch Herzrasen äußert. Eine Studie bereits aus dem Jahr 2007 zeigt hier ein mögliches Potenzial von Cannabidiol – zunächst getestet an Ratten. Die Untersuchung brachte eine Reduzierung der Autoimmunmyokarditis sowie eine Verbesserung der myokardialen Dysfunktion und Herzinsuffizienz hervor – vor allem aufgrund der entzündungshemmenden Wirkung von CBD.

Die Autoren schlussfolgern hier: „Da CBD zuvor ohne Nebenwirkungen an Menschen verabreicht wurde, könnte es eine vielversprechende neue Behandlung für Myokardischämie darstellen.“

CBD bei Ischämie

Von Ischämie sprechen Experten, wenn ein Organ unzureichend durchblutet ist (durch Gefäßverengung). Am Herz kann dies Arrhythmien und einen unregelmäßigen Herzschlag auslösen. Dies kann bis zu einem Herzinfarkt führen. Auch hier hat CBD offensichtlich gutes Erfolgsversprechen, wie erste Studien zeigen.

Es kann kardioprotektive Effekte auslösen – also gewebeschonende Effekte. Erste Studien zeigen, dass CBD die durch Ischämie induzierten Arrhythmien als auch die Infarktgröße reduziert – gezeigt an Ratten, wenn Cannabidiol vor der Ischämie verabreicht wurde.

Vorsicht: Nebenwirkungen und Wechselwirkung mit anderen Medikamenten

Ob CBD bei Herzproblemen wirklich helfen kann, muss noch weiter untersucht werden. Doch erste Ergebnisse sind hier vielversprechend und auch Erfahrungsberichte belegen positive Auswirkungen. Bisher wird Herzrasen je nach Ursache mit Medikamenten behandelt. Wer mit CBD-Öl ebenso Verbesserungen erreichen will, sollte jedoch auf die Kombination achten. Denn Cannabidiol kann mit einigen Inhaltsstoffen eine Wechselwirkung haben. Auch können unerwünschte Effekt durch den Konsum von CBD-Öl auftreten.

Mögliche Nebenwirkungen von CBD

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bescheinigt CBD eine gute Verträglichkeit. Es besteht (im Gegensatz zu THC) keine Gefahr von Abhängigkeit. Daher fällt der Hanf-Wirkstoff auch in Deutschland nicht unter das Betäubungsmittelgesetz – gilt also nicht als Droge! Dennoch können beim Cannabiskonsum von CBD-Produkten wie beispielsweise Hanföle unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören unter anderem ein trockener Mund, Durchfall, Appetitlosigkeit, Schwindel, Müdigkeit oder Schlaflosigkeit.

Wechselwirkungen von CBD mit anderen Substanzen

Aber auch die Wirkung von anderen Medikamenten durch die CBD-Einnahme verändert werden – denn Cannabidiol kann die Aktivierung von Enzymen im Körper beeinflussen, die beim Wirkstoffabbau (in der Leber) eine Rolle spielen. Daher sollten vor allem Patienten mit einem Leberschaden vorsichtig sein. So kann CBD die Wirkung verstärken oder verlängern.

Dazu gehören unter anderem:

  • Säurehemmer
  • Gerinnungshemmer
  • Schmerzmittel
  • Neuroleptika

Gerade bei Betroffenen von Herzrasen muss darauf geachtet werden, dass auch Calciumantagonisten und Betablocker dazugehören, die bei Bluthochdruck, koronarer Herzkrankheit oder Herzrhythmusstörungen Anwendung finden! Eine CBD-Einnahme sollte daher nicht ohne ärztlichen Rat vorgenommen werden.

Es gibt zahlreiche CBD-Produkte als Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt, deren rechtlicher Status bisher noch nicht abschließend geklärt wird. Als anwenderfreundlich gelten vor allem CBD-Öle. Hier muss zwischen Isolaten und Vollspektrumsölen unterschieden werden, Letztere enthalten auch Terpene und Flavonoide, die ebenfalls im Nutzhanf vorkommen und die CBD-Wirkung unterstützen.

Die beste Dosierung von CBD bei Herzrasen

CBD kann nicht überdosiert werden. Dennoch sollte bei Herzproblemen nicht mit einer zu hohen Menge begonnen werden, um unerwünschte Nebeneffekte zu vermeiden. Die genaue Dosis von CBD beispielsweise bei Herzrasen hängt von der Intensität der Beschwerden, des Körpergewichtes und auch der Konzentration der gewählten Tropfen ab. Weniger ist mehr, ist hier oft das Motto – um die Wirkung nach und nach einschätzen zu können. Hersteller geben hier oft eine Empfehlung mit dem Produkt mit.

Wer CBD bei Herzerkrankungen einsetzen möchte, sollte die Dosierung immer mit einem Arzt besprechen! Vor allem bei vorliegenden Leberschäden ist der Rat vom Experten wichtig!

Zusammenfassung

CBD hat zahlreichen Studien zufolge positive Effekte auf menschliche Rezeptoren und Botenstoffe – vor allem bei psychischen Störungen. Daher liegt die Vermutung nahe, dass Cannabidiol auch bei durch psychische Leiden verursachtes Herzrasen helfen kann. Inwieweit auch bei organischen Störung eine Verbesserung von CBD erreicht werden kann, muss noch weiter erforscht werden.

Quellen und weiterführende Links

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