Die heilende Wirkung von Thermalbädern

Die heilende Wirkung von Thermalbädern

Thermalbäder sind beliebt: Sie tragen mit ihrem warmen Wasser zur Entspannung bei und helfen, den Alltagsstress für ein paar Stunden zu vergessen. Darüber hinaus kann das Thermalwasser aber auch eine heilende Wirkung bei diversen Beschwerden haben. Erfahre hier, was das Besondere an Thermalwasser ist und bei welchen gesundheitlichen Problemen und Erkrankungen sich ein regelmäßiger Besuch im Thermalbad ganz besonders lohnt.

Besonderheiten von Thermalwasser und Thermalbädern

Thermalwasser hat im Vergleich zu Grundwasser eine höhere Temperatur und spezielle Inhaltsstoffe.

Die Temperatur von Thermalwasser ist mehr als 20 Grad höher als dies bei Quellwasser der Fall ist. Das liegt je nach Region an einer unterirdischen vulkanischen Aktivität oder daran, dass das Wasser in den tieferen Erdschichten zirkuliert, die heißer sind als die oberen Schichten.

Welche Stoffe im Thermalwasser gelöst sind, hängt ebenfalls von der Region ab. Insbesondere die folgenden Mineralien sind häufig in hoher Konzentration enthalten:

  • Schwefel
  • Kohlensäure
  • Radon
  • Kalzium
  • Magnesium
  • Selen
  • Jod

Diese Stoffe werden über die Haut aufgenommen und können daher bestimmte heilende Effekte auf die Gesundheit haben. Orte mit einem Thermalbad haben eine eigene Quelle, deren Wasser genutzt wird, um das Becken im Thermalbad zu füllen.

Wie entstehen heiße Quellen in Deutschland?

Der Fachbegriff für sogenannte heiße Quellen lautet Thermalquelle oder hydrothermale Quelle. Um als Thermalquelle zu gelten, muss die Voraussetzung erfüllt sein, dass das Wasser am Ort des Austritts eine Temperatur von über 20 Grad Celsius hat. Zum Baden ist das den meisten Menschen noch zu kalt, aber viele Quellen sind ohnehin deutlich wärmer: Die heißeste Quelle Deutschlands und Europas befindet sich in Bad Blumenau, wo die Wassertemperatur 107 Grad Celsius erreicht.

Bäder in Deutschland
Vergleich des Bäderbestandes in Deutschland in den Jahren 2000 und 2019 – Quellen: Deutsche Gesellschaft für das Badewesen & Deutscher Olympischer Sportbund

Meist führen vulkanische Aktivitäten im Untergrund dazu, dass heiße Quellen entstehen. Deshalb gibt es in Japan oder in Island besonders viele hydrothermale Quellen. In Deutschland jedoch sind es andere geologische Begebenheiten, die zur Entstehung von Thermalquellen beitragen: Schuld sind tiefreichende Strömungssysteme. Dabei zirkuliert das Wasser bis in die tiefen Erdschichten, wodurch es sich erhitzt.

Die Thermalbäder nutzen dann das warme Wasser aus der Tiefe – und zwar nicht nur wegen der hohen Temperatur, sondern weil die heißen Quellen Deutschlands wahre Heilkräfte besitzen sollen. Wenn das Wasser in den tiefen Erdschichten zirkuliert, nimmt es nämlich auch die dort vorhandenen Mineralien und Spurenelemente auf und transportiert sie mit an die Erdoberfläche. Diese Inhaltstoffe wirken sich bei diversen gesundheitlichen Problemen positiv aus – wie etwa bei Gelenk- und Muskelschmerzen, Allergien und zahlreichen chronischen Krankheitsbildern.

Die bekanntesten deutschen Thermalbäder liegen in Baden-Baden

In puncto heiße Quellen in Deutschland ist das Bundesland Baden-Württemberg eindeutig an der Spitze. Die bekanntesten Thermalbäder sind dabei in der Kurstadt Baden-Baden im Schwarzwald zu finden. Aufgrund der geologischen Besonderheiten in dieser Region badeten schon die Römer im Jahr 69 nach Christus hier im heißen Quellwasser. Der Badeort verfügt heute über zwölf Thermalquellen. Das Wasser für die Thermalbäder wird aus einer Tiefe von etwa 2.000 Metern gewonnen. Es enthält insbesondere folgende Stoffe:

  • Zink
  • Kobalt
  • Kupfer
  • Magnesium
  • Cäsium
  • Kieselsäure
  • Lithium

Lohnenswert ist zum Beispiel ein Besuch in der Caracella Therme ebenso wie im römisch-irischen Friedrichsbad. Der hohe Mineralienanteil soll sich einerseits regenerierend und andererseits belebend auf den Körper auswirken.

Wie ein Thermalbad den Körper heilen kann

Welche Heilwirkungen ein Thermalbad konkret hat, hängt von den jeweiligen Inhaltsstoffen ab. In Deutschland sind insbesondere die folgenden drei Thermalbäder weit verbreitet, die sich jeweils auf andere Beschwerden lindernd auswirken:

1. Das Solebad

Solebad
Solebäder haben eine Salzkonzentration von etwa fünf Prozent und sind gut geeignet für Menschen mit Menschen mit Gelenkproblemen.

Solebäder haben eine Salzkonzentration von etwa fünf Prozent. Sie haben bei verschiedenen Erkrankungen eine heilende Wirkung:

  • Desensibilisierend und beruhigend bei Allergien
  • Lindernd bei Entzündungen der Haut – wie etwa Akne – dank der antibakteriellen Wirkung
  • Muskelentspannend und gefäßerweiternd – reduziert Schmerzen bei Arthrose oder Rheuma

Da im Wasser die Gelenke entlastet werden, verbessert sich bei Rheuma- und Arthrose-Patienten die Beweglichkeit im Solebad.

Menschen mit Gelenkproblemen und Arthrose profitieren von regelmäßiger Wassergymnastik im Solebad.

Hier lassen sich bewegungstherapeutische Übungen mit weniger Schmerzen und somit insgesamt leichter und effektiver durchführen.

2. Das Schwefelbad

Schwefelbad
Das Schwefelbad entspannt die Muskulatur, erweitert die Blutgefäße und lässt das Bindegewebe dehnbarer werden.

Auch Schwefel ist ein natürlicher Bestandteil in zahlreichen Thermalquellen. Schwefelbäder haben vielfältige Wirkungen auf den menschlichen Körper. Die Wärme entspannt die Muskulatur, erweitert die Blutgefäße und lässt das Bindegewebe dehnbarer werden. Der im warmen Wasser gelöste Schwefel hat zudem schmerzlindernde, entzündungshemmende und durchblutungsfördernde Effekte. Von Schwefelbädern profitieren vor allem Patienten mit Hauterkrankungen wie etwa:

  • Ekzemen
  • Schuppenflechte
  • Neurodermitis

Darüber hinaus wird das Schwefelbad bei Osteoporose, Rheuma, Arthrose und Bandscheibenerkrankungen eingesetzt. Um einen therapeutischen Effekt zu erzielen, ist es wichtig, dass die Anwendung des Schwefelbads regelmäßig erfolgt –  wie etwa im Rahmen einer Kur. Dann kann das Wasser seine heilende Wirkung am besten entfalten. In Deutschland hast du die Wahl aus 31 anerkannten Kurbädern mit schwefelhaltigem Thermalwasser, in denen eine solche Therapie durchgeführt werden kann.

3. Das Kohlensäurebad

Kohlensäurebad
Das Kohlensäurebad empfiehlt sich bei arteriellen oder funktionellen Durchblutungsstörungen und Bluthochdruck.

Zu guter Letzt gehört auch das Kohlensäurebad zu den beliebten Anwendungen mit Thermalwasser. Bei dieser Variante muss das Wasser auf künstliche Weise mit Kohlensäure versetzt werden. Beim Baden in dem Wasser nimmt die Haut viel Kohlensäuregas auf, welches sich vielfältig auf den menschlichen Körper auswirkt:

  • Abnahme der Körpertemperatur
  • Anregung der Durchblutung
  • Senkung des Blutdrucks

Die Nutzung eines Kohlensäurebads muss immer von Fachpersonal überwacht werden. Die Anwendung empfiehlt sich bei Menschen mit arteriellen oder funktionellen Durchblutungsstörungen sowie bei Patienten, die unter Bluthochdruck leiden. Aber auch bei schlecht heilenden Wunden kann ein Kohlensäurebad unterstützend eingesetzt werden. Wegen seiner beruhigenden Effekte ist die Anwendung zudem bei psychischen Erkrankungen und Stress möglich. Kohlensäurebäder werden meist ärztlich verordnet und im Rahmen einer Kur durchgeführt. Die Behandlung wird unter anderem in den Kurorten Bad Krotzingen, Bad Wildungen und Bad Pyrmont angeboten.

Zusammenfassung

Ein Thermalbad ist perfekt für alle, die den Stress des Alltags hinter sich lassen und Körper und Geist entspannen wollen. In Deutschland gibt es dabei unterschiedliche Arten von Thermalbädern, die je nach ihrer konkreten Mineralienzusammensetzung zusätzlich bei chronischen Erkrankungen und gesundheitlichen Beschwerden eine lindernde Wirkung erzielen. Insbesondere in Baden-Baden in Baden-Württemberg sind zahlreiche Thermalbäder mit heilenden Effekten zu finden.

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