CBD versus THC beim Sex: Was ist der Unterschied?

CBD versus THC beim Sex: Was ist der Unterschied?

Die Hanfpflanze ist eine Kulturpflanze, deren therapeutische Wirkung schon vor Jahrhunderten entdeckt und genutzt wird. In den letzten Jahren erlebt sie eine Renaissance, was nicht nur der Erkenntnis und bedenkenlosen Einstufung von Cannabidiol zu verdanken ist. CBD ist ein Bestandteil von Hanf, dem eine schmerzlindernde, entzündungshemmende und beruhigende Wirkung zugeschrieben wird. Aber auch Tetrahydrocannabinol (THC) ist ein bekannter Bestandteil und wird bereits zu medizinischen Zwecken untersucht und verwendet.

Eine neueste Studie zeigt nun, dass Kiffen mehr Lust auf Sex macht. Da stellt sich die Frage, ob CBD und/oder THC für mehr Spaß im Bett sorgen können? Welche Substanz wirkt wie und warum? Die folgenden Zeilen haben Antworten auf diese Fragen.

CBD und THC: Das steckt hinter diesen Cannabinoiden

Cannabidiol und Tetrahydrocannabinol – das sind die beiden bekanntesten Inhaltsstoffe der Hanfpflanze. Doch die Cannabinoide unterscheiden sich deutlich voneinander. Während THC eine psychotische Wirkung hat, die den berühmten Rauschzustand nach Cannabiskonsum auslöst, wird CBD als nicht psychotisch angesehen.

Chemisch betrachtet ähneln sich beide Substanzen sehr: Beide haben 21 Kohlenstoff-, 30 Wasserstoff- sowie 2 Sauerstoffatome (C21H30O2). Beide sind sogenannte Isomere. Sie unterscheiden sich lediglich in der Verknüpfung und räumlichen Anordnung der Atome. Das ist für die Wirkung von CBD und THC jedoch ausschlaggebend.

THC

THC wurde in seiner Reinform erstmals im Jahr 1964 von einer Forschergruppe in Jerusalem isoliert und ist inzwischen sehr gut untersucht. Das Cannabinoid verursacht einen Rauschzustand, weshalb es in vielen Ländern verboten ist. THC geht eine direkte Verbindung mit den Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 im Endocannabinoid-System ein, die Empfindungen wie Schmerzen, Angst und auch Entzündungen im Körper steuern.

CBD

CBD ist vor allem in sogenannten Nutzhanfsorten verstärkt zu finden. Im Gegensatz zu THC hat es keine berauschende Wirkung. Es geht keine direkte Verbindung mit den Cannabinoid-Rezeptoren ein, sonder beeinflusst deren Arbeit indirekt. Das kann auch dazu führen, dass die Wirkung von THC in Verbindung mit CBD verändert wird. Die genauen Vorgänge sind noch nicht ausreichend wissenschaftlich belegt.

Ohne die psychotische Wirkung konnte CBD dennoch eine Vielzahl von positiven Wirkungen auf die menschliche Gesundheit nachgewiesen werden. In Studien gibt es bereits zahlreiche Belege für unter anderem angstlösende, entzündungshemmende, neuroprotektive und schmerzlindernde Wirkungen.

Weniger Schmerzen und verbessertes Empfinden: Das kann CBD für das Sexleben bringen

Der Gedanke liegt nahe, dass die entspannende und schmerzlindernde Wirkung auch beim Sexleben helfen kann. Hier gibt es zahlreiche Theorien, die jedoch noch nicht wissenschaftlich ausreichend untersucht werden. Der eine Experte sagt, CBD sollte lieber vor und nach dem Sex eingesetzt werden, da es die Euphorie bremst. Andere sehen Vorteile auch für den Akt selbst. Doch generell lassen sich einige Ableitungen von der CBD-Wirkung auch für das Liebesleben ziehen.

Mehr Lust durch weniger Schmerzen

Wer Schmerzen hat, hat selten Lust auf das Liebesspiel. Andere Menschen haben beim Sex Schmerzen. Hier gibt es Potenzial für CBD als Schmerzverbesser. So wird Frauen beispielsweise zu CBD-reichen Ölen als Gleitmittel geraten, die einerseits Feuchtigkeit bringen, andererseits auch das Schmerzempfinden in den Geschlechtsorganen verbessern kann. Die entzündungshemmende Wirkung kann auch hier hilfreich sein.

Bessere Durchblutung für ein besseres Empfinden

CBD hilft Experten zufolge auch, den Blutfluss zu verbessern und die Feuchtigkeit anzuregen. Auch das ist ein wichtiger Aspekt für guten Sex, kann es einerseits Schmerzen lindern, andererseits das Empfinden steigern. Je durchbluteter das Gewebe, desto empfindsamer werden die Nerven.

Mehr Glückshormone & weniger Angst

CBD wirkt sich vor allem auf die Anandamid-Produktion im Körper aus – ein Botenstoff, der das Glücksgefühl beeinflusst. Auch wird angenommen, dass CBD den Serotoninspiegel erhöht – und damit die Lust beim Orgasmus gesteigert wird. Zudem nehmen Forscher an, dass CBD dem sexuellen Hemmungssystem und dem sexuellen Erregungssystem hilft, besser zusammenzuarbeiten, indem das Cannabinoid durch chemische Reaktion Angst und Stress verringert.

Abschalten und Entspannen

Zudem wurde die beruhigende Wirkung von CBD in zahlreichen Studien bereits belegt. Das kann auch positive Auswirkungen im Bett haben. Denn wer angespannt ist und mit seinen Gedanken ganz woanders, hat nicht selten Schwierigkeiten, einen Höhepunkt zu erleben. CBD kann helfen, von den Alltagssorgen abzuschalten und damit ausreichend für ein befriedigendes Liebesspiel zu entspannen.

CBD bei Erektionsschwierigkeiten

Ebenso wird auch bei Erektionsschwierigkeiten eine Hilfe von CBD angenommen. Das begründet sich einerseits in der verbesserten Durchblutung, aber auch andererseits in der Fähigkeit von Cannabidiol, Gewebeschäden im Genitalbereich zu reparieren. Ein weiterer Prozess ist hierbei auch die Wirkung des Toxins Dioxin, dass auch durch den Alterungsprozess erzeugt wird. CBD kann jedoch Dioxin aus dem Körper spülen.

Bessere Empfindung und verlorenes Umgebungsgefühl: So könnte THC hilfreich beim Sex sein

Während Cannabidiol ohne berauschende Wirkungen zahlreiche Vorteile auf das Liebesleben haben kann, arbeitet Tetrahydrocannabinol vor allem im Bereich des mentalen Zustands. Auch hier steckt die Forschungslage noch in den Kinderschuhen. Doch Befragungen von Nutzern haben ebenfalls bereits einige Erkenntnisse gebracht und Annahme untermauert.

THC fällt unter das Betäubungsmittelgesetz. In Deutschland sind lediglich Produkte legal, für die Nutzhanf verwendete wurde, der einen maximalen THC-Anteil von 0,2 Prozent nicht überschreitet. Medizinischer Hanf mit einem höheren Anteil zur Therapie von Krankheiten in hierzulande verschreibungspflichtig.

Einfach mal Zeit und Raum vergessen

Die entspannende und beruhigende Wirkung von THC ist bereits wissenschaftlich bewiesen. Auch die Stimmung kann durch das Cannabinoid steigen. Zudem wirkt THC psychotisch, kann Wahrnehmungen von Sinneseindrücken und Zeitempfinden verändern. Das macht sich auch beim Sex bemerkbar. Nutzer berichten beispielsweise, dass sie im Bett schnell Zeit und Raum vergessen. Zudem wird die Lust gesteigert – so manches Paar berichtet, dass sie nach dem Kiffen regelrecht übereinander herfallen.

Besseres Empfinden und intensivere Orgasmen

Wie bereits erklärt, interagiert THC direkt mit den Cannabinoid-Rezeptoren. Hier wurde auch eine produktionssteigernde Wirkung bezüglich des Botenstoffs Dopamin gefunden, das eine zentrale Rolle bei der weiblichen Sexualität spielt. Erregung und subjektives Empfinden kann sich dadurch steigern.

Dazu könnten auch die Ergebnisse einer Studie aus dem Jahr 2019 passen, die belegt, dass Frauen nach dem Konsum von Marihuana eine um 2,13 höhere Wahrscheinlichkeit haben, einen zufriedenstellenden Orgasmus zu erleben. Die Forscher schlussfolgern daraus, dass es weitere Forschungen und Literatur braucht, um eventuell auch Therapien gegen sexuelle Funktionsstörungen bei Frauen zu entwickeln.

Unterschiede zwischen Mann und Frau

Jedoch ist wissenschaftlich eine unterschiedliche Wirkung zwischen den Geschlechtern entdeckt worden, was Lust und Funktionalität betrifft. Denn bei Frauen spielt der Östrogenspiegel eine wichtige Rolle, wie Cannabinoide vom Gehirn aufgenommen werden – das THC muss quasi auf seinem Weg an den Östrogen-Rezeptoren vorbei.

Der Spiegel erreicht seinen Höchststand rund um den Eisprung. Die Forscher schlussfolgern daraus, dass kleine Cannabis-Mengen die Lust der Frau steigern können, größere jedoch eine gegenteilige Wirkung hervorrufen. Bei Männern kann die Spermienproduktion und Lust gesenkt werden.

Die Forschungslage in diesem Bereich ist noch sehr dünn. Daher gibt es auch viele unterschiedliche Aussagen. Es bleibt abzuwarten, welche Details die Wissenschaftler in den nächsten Jahren herausfinden werden.

Jeder für sich: Die Wirkungen sind individuell

Wissenschaft hin oder her – eins ist klar: Die Wirkung von CBD und auch THC ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Daher ist es wichtig für sich selbst die besten Dosierungen herauszufinden. Der eine reagiert bei THC mit zu viel Herzklopfen, dem anderem wird durch Entspannung die Lust vielleicht tatsächlich genommen. Andere wiederum spüren schnell Verbesserungen im Bett.

Auch das Zusammenspiel mit anderen Bestandteilen der Hanfpflanze kann hier wichtig sein – Terpene beispielsweise sind in Vollspektrumsprodukten enthalten, die die Wirkung von den Cannabinoiden unterstützen. Letztendlich muss jeder für sich den besten Weg herausfinden, wie viel CBD und THC (natürlich auf legalem Weg) es für ein besseres Sexualleben benötigt.

Es gibt eben auch Nachteile. CBD und THC können nicht nur angenehme Empfindungen verstärken. Auch Nebenwirkungen sind nicht ausgeschlossen. Zudem kann durch THC auch eine psychische Abhängigkeit entstehen. Die Nachteile sollten vorher abgewogen werden.

Zusammenfassung

Cannabis macht mehr Lust auf Sex, fand erst kürzlich eine Studie heraus – doch die beiden Bestandteile CBD und THC wirken hier unterschiedlich. Ob mit Hanf das Sexleben verbessert werden kann, kann die Wissenschaft noch nicht abschließend sagen. Bisherige Aussagen klingen jedoch vielversprechend – doch die individuelle Wirkung muss jeder für sich ausprobieren.

Quellen und weiterführende Links

Artikelbild: GeorgeRudy / Envato.com

  • Hat Ihnen dieser Artikel weitergeholfen? Ihr Feedback ist uns sehr wichtig!
  • JaNein

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top