Natürliche Behandlung der Lyme-Krankheit: Arten, Forschung und Sicherheit

Natürliche Behandlung der Lyme-Krankheit

Faktencheck

  • 20 Prozent der Borreliose-Patienten leiden meist auch nach einer Antibiotika-Behandlung unter Symptomen.
  • Forscher suchen nach natürlicheren Methoden, um die Borreliose-Bakterien wirksam, aber schonender zu bekämpfen.
  • Es gibt noch keine Beweise, dass die natürlichen Methoden ausreichend wirksam sind.

Die Lyme-Borreliose ist eine häufige Infektionskrankheit, die nach einem Zeckenbiss auftreten kann. Das Bakterium “Borrelia burgdorferi” wird von infizierten Schwarzbeinzecken oder Hirschzecken übertragen.

Traditionell wird die Lyme-Borreliose mit Antibiotika behandelt. Aber immer öfter wird auch über natürliche, schonendere Behandlungen gesprochen. Sind diese eine echte Alternative? Welche gibt es und wie sicher sind sie? Wir klären auf.

Antibiotika: Die übliche Behandlung der Lyme-Borreliose

Von Hautrötungen über Gelenkschmerzen bis hin zu Sehstörungen, Lähmungen und Herzbeschwerden – die Symptome einer Borreliose sind vielfältig. Herkömmlich wird diese Krankheit mit Antibiotika behandelt. Betroffene müssen meist zwei bis vier Wochen Antibiotika schlucken, um die Bakterien aus dem System zu vertreiben. In schweren Ausnahmefällen kann auch eine intravenöse Vergabe notwendig sein.

Doch nicht immer sind nach Abschluss der Behandlung alle Symptome abgeklungen. Rund 20 Prozent der Betroffenen leiden auch danach unter Beschwerden. Dies wird als “chronische Borreliose” bezeichnet. Experten vermuten einen Zusammenhang mit einer Reaktion des Immunsystems.

In Untersuchung: Alternative Behandlungsmöglichkeiten bei Borreliose

Antibiotika sind wirksame Medikamente gegen Bakterien. Doch sie bringen auch zahlreiche Nebenwirkungen mit sich, wie beispielsweise Magen-Darm-Beschwerden, ein geschwächtes Immunsystem oder Hautreizungen.

Vor allem mit dem Hintergrund der chronischen Borreliose ist der Bedarf nach natürlicheren, schonenderen Behandlungen enorm groß. Einige Forscher sind daher auf der Suche nach anderen Wegen, um die Krankheit wirksam zu bekämpfen. Die folgenden Zeilen stellen einige von ihnen vor.

Knoblauch, Kräuter und Co: Ätherische Öle gegen die Borreliose

So manche konzentrierte Flüssigkeiten aus Pflanzen können eine antibakterielle Wirkung haben und Bakterien abtöten. Daher sind ätherische Öle bei Borreliose als alternative Behandlungsmethode interessant. Forscher der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health haben ihre Wirkung in einer Studie im Jahr 2017 untersucht. In Laboruntersuchungen haben Öle aus Zimtrinde, Nelkenknospe und Oregano die Bakterien abgetötet.

In einer weiteren Studie wurden insgesamt 35 ätherische Öle untersucht, von denen zehn eine signifikante Abtötungsfähigkeit der Lyme-Bakterien aufweisen. Führend darunter sind die Öle aus Knoblauchknollen, Myrrhenbäumen, Pimentbeeren und Ingwerlillienblüten.

Das sind erste vielversprechende Ergebnisse. Jedoch gibt es noch keine Beweise, dass sie beim Menschen gegen die Lyme-Borreliose ausreichend wirken können. Tests an Tieren und Menschen fehlen noch.

Ätherische Öle werden normalerweise über einen Diffusor zum Inhalieren übertragen oder mit einem Trägeröl topisch auf die Haut. Sie sollten nicht eingenommen werden. Die Mengen, die die Bekämpfung der Borreliose benötigt, sind nicht ungefährlich!

Nahrungsergänzungsmittel als Unterstützung bei chronischer Borreliose

Einige Menschen behaupten auch, dass Nahrungsergänzungsmittel zur Stärkung des Immunsystems unterstützend bei einer Borreliose-Krankheit sein können. Dazu gehören unter anderem:

  • Vitamin C
  • Vitamin B1
  • Magnesium
  • Kurkuma
  • Knoblauch
  • Katzenklaue
  • Chlorella
  • Olivenblatt
  • Glutathion

Jedoch gibt es keine abschließenden Beweise dafür, dass diese Nahrungsergänzungsmittel eine Borreliose beseitigen können. Daher sind sie aktuell höchstens als unterstützendes Element neben der herkömmlichen Behandlung anzusehen.

Sauerstoff aus der Druckkammer als Therapie

Die hyperbare Sauerstofftherapie wird vor allem in der Wundheilung eingesetzt. Dabei wird 100-prozentiger Sauerstoff mittels einer Druckkammer verabreicht. Dieser soll die Immunantwort auf die Bakterien stärken und könnte so vor allem bei der chronischen Borreliose eine Möglichkeit sein.

Es gibt jedoch noch nicht viele wissenschaftlichen Untersuchungen zu dieser Therapie bei Borreliose. Eine Fallstunde aus dem Jahr 2014 in Taiwan zeigt, dass diese Methode bei einem Patienten mit Borreliose wirksam war, der nicht auf Antibiotika ansprach. Auch hier sind noch weiteren Studien und Forschungen notwendig.

Auch in Deutschland wird in Druckkammerzentren die hyperbare Sauerstofftherapie für Betroffene von chronischer Borreliose angeboten. Diese ist jedoch experimentell und wird pro Einzelfall nach ausführlicher ärztlicher Beratung entschieden!

Schwermetallausleitung bei chronischer Borreliose

Die sogenannte Chelat-Therapie ist eine Behandlungsmethode, um eine Anhäufung von Schwermetallen wie Blei oder Quecksilber im Körper zu bekämpfen. Hierbei wird ein Mittel verabreicht, dass die Metalle im Blutkreislauf bindet und über Urin ausscheidet.

Eine Schwermetallbelastung wird mit vielen Krankheiten in Verbindung gebracht – neben Herzerkrankungen und Arteriosklerose, Autoimmunerkrankungen sowie Muskel- und Gelenkentzündungen wird auch ein Zusammenhang mit der chronischen Lyme-Borreliose vermutet.

Jedoch gibt es keine ausreichenden Beweise für eine wirksame Behandlung. Die zugrunde liegende Infektion kann nicht mit der Chelat-Therapie behandelt werden, diese ist lediglich als unterstützendes Element zu sehen.

Es gibt weitere Methoden, die behaupten, Borreliose behandeln zu können. Forscher aus North Carolina haben sie in einer Überblicksstudie 2015 zusammengetragen. Dazu zählen unter anderem: Saunen, Dampfbäder, Magnetbehandlungen, Urotherapie, Einläufe, Bienengift, Photonentherapie und elektromagnetische Frequenzbehandlungen. Es wurde jedoch keinerlei Beweise für die Wirksamkeit entdeckt.

Wie sicher sind natürliche Behandlungen bei Borreliose?

Wer unter chronischen Beschwerden leidet oder bei wem die Antibiotika-Therapie nicht ausreichend angeschlagen ist, kann sich mit seinem Arzt über natürliche Behandlungen bei der Borreliose beraten. Jedoch sind diese in vielen Fällen nicht ausreichend untersucht. Auch natürliche Behandlungen können gefährlich sein.

Jedoch sind sie in vielen Fällen eine ergänzende Möglichkeit und können in Kombination mit der medizinischen Behandlung einen kompletteren Ansatz für die Gesundheit darstellen. Sprich mit Deinem Arzt, ob und wie die Behandlung mit den derzeitigen Medikamenten interagiert, die Du ausprobieren möchtest!

Zusammenfassung

Die Lyme-Borreliose ist eine bakterielle Infektion, die durch einen Zeckenbiss übertragen wird und eine Behandlung mit Antibiotika erfordert. Natürlichere, schonendere Verfahren werden vor allem in Hinblick auf die chronische Borreliose untersucht. Noch sind sie keine exklusive Alternative, sondern können maximal unterstützend eingesetzt werden.

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